Wasser

Wasser – Grundlage des Lebens

Der natürliche Kreislauf des Wasser

Wassernutzung

Wasserverbrauch

Was können wir tun?

Tag des Wassers

Agenda 21-Veranstaltung zum Thema Wasser


 

Wasser – Grundlage des Lebens

Wasser unterscheidet sich von fast allen seinen physikalischen Eigenschaften wesentlich von ähnlich aufgebauten Stoffen. Das Leben auf der Erde ist genau an diese Besonderheiten des Wassers angepasst. Ohne Wasser ist kein Leben möglich.
Mehr als zwei Drittel der Erdoberfläche sind von Meeren bedeckt. Sie enthalten die unvorstellbar große Wassermenge von 1.348 Millionen km³, das entspricht 97,4% des gesamten Wasservorkommens auf der Erde.

Dieser riesigen Salzwassermenge stehen nur 36 Millionen km³ (entspricht 2,6%) Süßwasser gegenüber, in Form von
Polar- und Gletschereis (2,00%)
Grundwasser, Bodenfeuchte (0,58%)
Seen und Flüsse (0,02%)
Wasser in der Atmosphäre (0,001%)

Das Wasser ist Lebensraum für unzählige Pflanzen und Tiere, die wiederum teilweise dem Menschen als Nahrung dienen. Jedes Lebewesen benötigt zur Erhaltung des Lebens beträchtliche Wassermengen.
71% des menschlichen Körpers besteht aus Wasser, manche Pflanzen (z.B. Kopfsalat) setzen sich zu 90% aus Wasser zusammen. Die chemisch-physikalischen Vorgänge in den Zellen und der Stoffwechsel von Mensch, Tier und Pflanze sind ohne Wasser als Träger von Nährstoffen und als Quellungs- und Lösungsmittel undenkbar.
Das Blut des Menschen enthält z.B. 80% Wasser; die übrigen Bestandteile sind u.a. Eiweißstoffe und Salze. Der Muskel eines erwachsenen Menschen besteht zu 75% aus Wasser.
Die Stabilisierung des Wasserhaushalts ist lebensnotwendig: Der Mensch muss täglich 2 bis 4 Liter Wasser durch Nahrung und Getränke zu sich nehmen.
Ein großer Laubbaum benötigt etwa 100 Liter Wasser am Tag, die er durch Verdunstung über seine Blätter wieder abgibt.

Der natürliche Kreislauf des Wasser

Die Wasservorräte der Erde stehen in einem globalen Kreislauf. Dieser Kreislauf hat für unsere Versorgung mit Trinkwasser elementare Bedeutung, weil er aus dem für Menschen ungenießbaren Salzwasser der Meere Süßwasser destilliert. In diesem Kreislauf bleibt die Masse des Wassers konstant; d.h. der Wasservorrat der Erde insgesamt kann nicht vermehrt oder vermindert werden, sondern bleibt gleich.

Die "Motoren" des Wasserkreislaufs sind
die Sonne, die mit ihrer Energie das Wasser verdunsten lässt
der Wind, der mit Wasserdampf angereicherte Luft über die Erde bewegt und
die Anziehungskraft der Erde, die Niederschlägen und Abflüssen ihre Richtung gibt.

 

 

Wassernutzung

Wasser wird von Mensch und Natur auf vielfache Art genutzt. Teils besteht ein konkurrenzloses Nebeneinander der Nutzungen, teils stören sie sich erheblich oder schließen einander ganz aus.

An erster Stelle steht die Nutzung als Trinkwasser. Die Trinkwasserversorgung stellt besonders hohe Anforderungen an die Qualität des Wassers. Der Mensch benutzt Wasser in Trinkwasserqualität aber nicht nur als Lebensmittel, sondern auch für viele andere Zwecke, z.B. Körperpflege, die Sanitäranlagen, zur Gebäudereinigung sowie für die industrielle Produktion.
Wasser ist ein wichtiges Produktionsmittel. Die Landwirtschaft benötigt Wasser zur Bewässerung ihrer Felder und Kulturen.
Wasser dient als Kühlmittel. Für den Betrieb von Wärmekraftwerken, Raffinerien und manchen Industriebetrieben werden große Mengen von Kühlwasser benötigt.
Eine große Bedeutung kommt dem fließenden Wasser auch als Energiequelle zu. An die Stelle der alten Wasserräder sind heute die Turbinen der Kraftwerke an Flußstauwehren, Staumauern und der Talsperren getreten.
Das Wasser ist seit alters her das bedeutendste und preiswerteste Transportmittel. Seine bequeme Nutzung als Abfallträger aller Art, als sogenannter Vorfluter, hat in vielen Fällen die natürliche Selbstreinigungskraft der Gewässer überfordert. Die stark verschmutzten Flüsse, Seen und Meere stellen eine erhebliche Gefahr für die Natur und den Menschen dar.
Vor allem das Leben in industriellen Ballungsgebieten hat das Bedürfnis des Menschen nach Erholung in der Natur stark anwachsen lassen. Das Naturelement Wasser hat in seinen verschiedenen Erscheinungsformen einen unschätzbaren Erholungswert. Millionen von Touristen sind fasziniert vom Wasser in fester Form, dem Schnee. Viele Landschaften gewinnen ihre Anziehungskraft erst aus dem belebenden Element des Wassers. Seen und Flüsse sind wahre Magneten für den Erholung suchenden Menschen.
Auch als Heilmittel wird das Wasser seit alters her in Anspruch genommen, z.B. in Thermalbädern, bei Kneipp- und Mineralwasserkuren.
Das Wasser ist Lebensraum für eine Vielzahl von Pflanzen und Tieren.

Jedem ist verständlich, dass nicht alle Nutzungsarten gleichzeitig an einem Gewässer bestehen können. Beispiel: der Rhein. Er dient in stärkerem Maße als Vorfluter, d. h. als Ableiter von Abwässern. Aus seinem verschmutzten und nach größeren Unfällen vergifteten Wasser muss für mehr als 20 Millionen Menschen Trinkwasser gewonnen werden. Das ist für die Wasserwerke mit großem Reinigungsaufwand verbunden. Die Konflikte zwischen den verschieden Wassernutzern lassen sich in unserem dichtbesiedelten und industriereichen Land nur lösen, wenn bestimmte Nutzungen, insbesondere der Trinkwasserversorgung, Vorrang eingeräumt werden.
Die an unser Trinkwasser gestellten Qualitätsanforderungen sind besonders hoch. Kein anderes Lebensmittel wird so häufig und streng kontrolliert. Seine Grenzwerte sind so niedrig, dass die menschliche Gesundheit auch bei lebenslangem Trinkwassergenuss nicht gefährdet wird.

 

Wasserverbrauch

Wasser als Gebrauchsgut ist gegenüber früher von einem allgemein zugänglichen, beliebig verfügbaren Naturstoff zu einem kostbaren Wirtschaftsgut geworden. Dies ist nicht nur eine Folge der rapiden Zunahme der Weltbevölkerung, inzwischen gibt es 6 Milliarden Menschen auf der Erde, sondern hat auch andere Gründe, wie die Entwicklung des öffentlichen Wasserbedarfs zeigt.

 

Die Einstellung, das Wasser kommt doch aus dem Wasserhahn, verführt uns zu einem sehr hohen Wasserverbrauch. Der Verbrauch von Wasser in Trinkwasserqualität in Industrie und Gewerbe macht weitere 100 Liter pro Einwohner und Tag aus.

 

Was können wir tun?

Auch wenn bei uns die Quellen nicht versiegen und wir größtenteils gesundes Trinkwasser haben, ist ein vorsorgender Umgang mit Wasser notwendig:

          Beim Baden, Duschen und der Körperpflege

  • Duschen statt Baden
  • Wasser nicht unnötig laufen lassen, z. B. beim Zähneputzen
  • Einbau von Durchflussbegrenzern und anderen wassersparenden Armaturen


    Bei der Toilettenspülung
     
  • Einbau von Spülkästen mit Wasserstop-Taste
  • Verzicht auf "chemische Keulen" bei der Reinigung
  • Die Toilette nicht zur Abfallentsorgung missbrauchen


    Beim Geschirrspülen und Wäschewaschen
     
  • Gerät voll auslasten
  • Kauf von wassersparenden und damit auch energiesparenden Geräten
  • Benutzung von weniger umweltbelastenden Reinigungsmitteln


    Beim Gartengießen
  • Sammeln von Regenwasser, bedarfsgerecht gießen
  • Mulchen und Beschatten hält den Boden länger feucht
  • Durch naturnahe, an die heimischen Niederschlagsmengen angepasste Gartenbepflanzung, die Notwendigkeit der Bewässerung einschränken


    Bei der Autopflege
     
  • Gebrauchte Autoöle ordnungsgemäß entsorgen
  • Autowaschen nur in einer Autowaschanlage mit integrierter Wasseraufbereitung oder auf öffentlichen Waschplätzen mit Benzin- und Ölabscheider

 

 

Agenda 21-Veranstaltung zum Thema Wasser

Wasser, Rohstoff und Lebensmittel zugleich, zählt zu den wichtigsten natürlichen Ressourcen und spielt im Naturhaushalt eine herausragende Rolle. Es prägt die Landschaft und bestimmt die Lebensbedingungen für Mensch, Tier und Pflanze. Kein anderer Stoff wird so vielfältig genutzt. Wasser ist jedoch nicht unbegrenzt nutzbar.

Um die Probleme und Schwierigkeiten bei der Trinkwasserversorgung einer breiten Öffentlichkeit bewusst zu machen und einen verantwortungsbewussten Umgang mit der Ressource "Wasser" zu erreichen, führte der Landkreis Main-Spessart im Rahmen der Agenda 21 einen "Tag des Wassers" durch.
Ein vielfältiges Programm wurde geboten: Mit einer Ausstellung wurde der Wasserkreislauf (Trinkwassergewinnung - Wassernutzung - Abwasserbehandlung) und die Entwicklung des Wasserverbrauchs dargestellt und mit der Dokumentation der Wasservorkommen, Wasserschutzgebiete und Analysewerte des Trinkwassers wurde der regionale Bezug zum Landkreis hergestellt. Eine Trinkprobe von vier verschiedenen Wassersorten (Wasser aus dem Sinngrund, aus Karlstadt, aus dem Spessart und ein marktübliches Tafelwasser) rundete diesen Teil der Veranstaltung ab. 

Des weiteren gab das Amt für Landwirtschaft und Ernährung Informationen zum Thema Waschen, das Wasserwirtschaftsamt untersuchte mitgebrachte Wasserproben auf Nitratgehalt und Wasserhärte, die Berufsschule Karlstadt stellte die neueste Wasserspartechnik vor, Mitarbeiter des Gesundheitsamtes standen für alle Fragen zur Trinkwassergüte zur Verfügung, der Bund Naturschutz zeigte ein Aquarium mit Kleinlebewesen unserer heimischen Gewässer und die Stadtwerke Karlstadt informierten über die Situation der Trinkwasserversorgung der Stadt. Beim Wasserquiz waren  attraktive Preise zu gewinnen und für die Kleinen drehte sich ein Rad des Wissens.
Die Veranstaltung fand am 07.07.2000 von 10.00 bis 18.00 Uhr auf dem Marktplatz in Karlstadt statt.